Pictogramm Schach

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26.11.13

4,5:3,5 Sieg in Kelheim

Von: Andreas

maximaler Gewinn bei minimalem Wareneinsatz

Gratulation an Stefans Navigationssystem. Es führte uns zielsicher nach Kelheim, Punktlandung um 9:48 Uhr. Unser zweites Auto in Gestalt unseres Captains Willi erwartete bereits die restlichen Spieler. Willi fungierte als Parkeinweiser, was auf Grund der schwierigen Parkplatzsituation Stefan einige Schweißperlen auf seiner Stirn ersparte. Die Mannschaftsaufstellung der Kelheimer brachte eine angenehme Überraschung, setzte doch der Fernschachgroßmeister Dr. Kreuzer aus. Eine weitere noch angenehmere Sekunde ergab sich um 11 Uhr MEZ oder genau 3600 Sekunden nach 10 Uhr. Der Gegner von Alex Herr Eibl zog es vor Alex Vorbereitungen aus dem Weg zu gehen und dass durchaus erfolgreich, was aber zur Folge hatte, dass die Schachuhr exakt nach 360000 Hundertstel Sekunden den Geist aufgab. Es stand 1:0 für uns und die restlichen Partien ließen einen durchaus optimistischen Blick in die nahe Zukunft zu. Zuerst beendete Stefan am 5. Brett seine Partie, indem er das Remisangebot seines Gegenübers annahm. Herr Blodig spielte eine etwas anrüchige Variante eines Spaniers, wobei m.E. die Bauernzüge 12-14. h6,g5,h5 den Weißen Zugang zum schwarzen Königsflügel ermöglichte, und in der Folge Felder und Bauernschwächen erkennen ließ. Nach dem 20. Zug trotzdem das Remis, da Stefan nur noch 4 1/2 Minuten auf der Uhr hatte und der Wettkampf weiterhin sehr gut stand. Kurz nachdem Stefans Partie beendet war, bot Carsten an Brett 7 seinem Antagonisten Remis an, welches dieser nach nicht allzu langen Nachdenken annahm. Herr Maurer eröffnete Sizilianisch. Nach einigen weiteren Eröffnungszügen ergab sich dann eine französiche Struktur, wobei der schwarze Aufbau insgesamt flexibler erschien und dem Schwarzen ein etwas angenehmeres Spiel überließ. So war das Remis nach dem 23. weißen Zug durchaus in unserem Sinne. Nun war Philipp an der Reihe. Ich habe im letzten Bericht Philipps Spiel u.a. als dynamisch beschrieben. Dies konnte auch heute wieder beobachtet werden, wobei aufgrund der schwarzen Spielweise die Dynamik unscheinbarer als in manch anderer Wenninger-Partie erschien. Philipp erreichte aus der Eröffnung heraus leichten Vorteil. Laut Engine war es zwischenzeitlich vielleicht ausgeglichen gewessen. Nichts genaues weiß man nicht. Mir scheint jedoch der schlechte Läufer b7 eine wichtige Rolle in der Partie gespielt zu haben. Schwarz konnte das Thema des schlechten Läufers nie lösen und ging auch an diesem zu Grunde. 1-0. Zwischenstand somit nach nicht einmal 4 Stunden Spielzeit 3:1. Die nächste beendete Partie war meine an Brett 8. Die Partie endete nicht mit nach dem Spielverlauf zu erwartenden Ergebnis. Andreas konnte sich aus der Eröffnung heraus eine zumindest ausgeglichene Position erspielen. Opfer am Königsflügel lagen wie die nachträgliche Analyse zeigte in der Luft. Erwogen habe ich diese ob meines etwas vorsichtigeren Spielstils aber nicht wirklich. Wie auch immer, ich konnte eine angenehme Position erreichen und nach dem ungenauen 20 Dc2 mit Lc3: einen Bauern gewinnen. Das entstandene Schwerfigurenendspiel war besser, eventuell gewonnen. Nicht jedoch mit dem folgenden schwarzen Spiel. Ich verpasste einen Turmtausch, vermisste meine geliebten Springer, um schließlich mit 44 Tg7 die Partie in den Orkus zu führen. Statt der Vorentscheidung stand es nur noch 3:2. Hannas Partie war wohl die interessanteste des Wettkampfs. Der französiche Schlagabtausch mündete in einen munteren Figurentanz. Hanna trippelte die c-Bauern am Damenflügel, Herr Gießmann kreierte schwarzes Gegenspiel am Königsflügel, wobei er viel Bedenkzeit verbrauchte. Beginnend mit 19. e3 opferte Herr G. mit 20 Se4 einen Springer, um dann vollwertiges Gegenspiel zu erlangen. Hanna sah es wahrscheinlich auch so, stellte ihrerseits gefährliche Drohungen auf um schließlich Dauerschach zu geben. Immer noch knapp in Front liegend, sahen wir uns auf der Siegerstraße. Und tatsächlich machte Maxi alles klar. Die Vorbereitung war für einen anderen Gegner gedacht, die Lage nach der Eröffnung dennoch vielversprechend. Herr Frieser gab auch brav einen Bauern, den er in der Brettvariante auch nicht wieder sah, tauschte dann auch noch den Turm ab um sich im einem Springerendspiel mit Minusbauern wiederzufinden. Maxi agierte in der Folge souverän und umsichtig. Er wickelte in ein Bauernendspiel ab, welches in der Konsequenz zu einem gewonnen Damenendspiel führte. Die Erleichterung über das entscheidene 4,5:2,5 war einem jedermann - (frau) ruhigeren Herzschlags gewichen. Außer vielleicht bei unserem Captain Willi. Er kämpfte zu diesem Zeitpunkt wohl schon für eine verlorene Sache. Er möge es mir verzeihen. Ich zitiere an dieser Stelle ein oder zwei Mitspieler unserer Mannschaft. "Das hat mich an Carlsen-Anand erinnert". Mich nicht. Gut die Spielanlage in diesem Nimzoinder mit 4. e3, die Willi überraschte, da Herr Kreuzer an dieser Stelle Dc2 zu spielen pflegt, verbunden mit einem aktiven positionellen Stil, erinnerte ein wenig an den neuen Schachstern am Himmelsgewölb. Aber Willi machte nicht einen so groben Fehler wie der indische Exweltmeister. Und auch das Endspiel hatte materiell eine andere Verteilung als die Turmendspiele bei dem WM-Kampf. Willi verteidigte sich, soweit dies mein schachliches Urteilsvermögen und meine Erfahrung auf diesem Gebiet festzustellen vermag, gut, bis er sich etwas voreilig von seinem Springerpaar trennte und im reinen Läufer-Springer-Endspiel austempiert wurde. Endstand somit 4,5: 3,5 für uns. Wir rangieren nun mit 5:1 Punkten bei 14 Brettpunkten - somit optimale Punkteausbeute mit den erzielten Brettpunkten - auf Rang 3. Als nächstes geht es am 3. Advent gegen Bindlach. Diese benötigen dringend Punkte, steht bei den Oberfranken doch noch keiner zu Buche. Hier wird sich erweisen, ob wir im Falle eines Sieges weiterhin die Verfolgung des unterfränkischen Duos Schweinfurt und Obernau aufnehmen können.