Pictogramm Schach

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22.01.19

Der sachliche Bericht der Zweiten...

Von: Dustin

...zu schachlichen Gegebenheiten!

[Ein Zweizeiler mit einheitlichem Versmaß! HA! Alex, was sagst du jetzt?? :D]

Erwischt!

Schon wieder hat der interessierte Leser einfach mal so auf „mehr anzeigen“ geklickt?! Na gut, bei dieser Beharrlichkeit soll er auch mit einem ausführlichen und spätabends entstandenen Bericht belohnt werden! Mal sehen, wie lange ich brauche – jetzt ist es 22:54. Wenn ich heute noch fertig werde, schuldet mir jeder Leser einen Keks!

So. Worum geht es überhaupt? Ich glaube, wir haben schon wieder dieses Brettspiel gespielt, und zwar den ganzen Sonntag lang. 99% der Weltbevölkerung wird uns nie verstehen! Allerdings sind das dieselben 99%, die...
→ sich stundenlang im Bad Make-up ins Gesicht schmieren

→ bequem im Sessel sitzend den Fernseher anschreien, warum der Stürmer nicht schneller rennt

→ den ganzen Tag lang auf den im Tageshoroskop versprochenen Traumprinzen warten

→ im Stau stehend hupen

→ sich auf Partys gegenseitig unter den Tisch trinken (obwohl, der Wenninger spielt ja auch Schach :p)

→ oder die eben keine Macke haben und folglich langweilig sind :p

Wir fuhren jedenfalls extra zum Klötzchenschieben um 9 Uhr früh nach Altensittenbach zum ersten Ligawettkampf des neuen Jahres!

Hausaufgabe für den rhetorisch begabten Leser: Wie leitet man jetzt am besten zu den Kurzanalysen der Partien über? ;)


Martin spielte nach seiner ausführlichen Weißvorbereitung eine schöne Schwarzpartie gegen Gerd Röder und dachte sich offenbar 'Wer braucht Vorbereitung, einfach Material einsacken und fertig!' Gerds Qualitätsopfer basierte nämlich auf dem Überseher, dass Martins Dame sich schnell in die Verteidigung (eigentlich sofortiger Gegenangriff) einschalten konnte. Was Martins Schwerfiguren dann mit Gerds Königsstellung anrichteten, wäre in jeder Kinderserie zensiert worden – das Ergebnis war jedenfalls unser Führungstreffer!


Thailand ist cool! Mit diesem Gedanken im Hinterkopf war DiddlD dann mal weg. Davon unterrichtet wurde Captain Andi sogar schon Freitagabend von DiddlDs Assistenten, sodass noch reichlich Zeit blieb, einen Ersatzmann zu besorgen. Also ich finde, nächstes Mal reicht ein informierender Anruf auch noch zwei Stunden vor Wettkampfbeginn :p Selbstverständlich hatte DiddlD alles geplant und vorhergesehen, dass der für ihn einspringende Marius Zeyher (Danke!!) seinen Gegner Günther Auer in 31 Zügen vom Brett fegen würde! Wie's geht, hatte er sich dabei von Martin abgeguckt – alles Material einsacken und die zu vagen gegnerischen Angriffschancen zunichte machen! Top! :D


Einen halben Zug später – ich habe natürlich wieder keine Ahnung von der Chronologie und orientiere mich daher an der Zugzahl der Partien :D – war Thomas W vom T fertig. Die Seeluft macht offenbar ruhig, denn er spielte gegen Friedrich Hanisch einfach mal ein schönes, unspektakuläres Endspiel und machte nach und nach Druck. Gut, Friedrichs Figureneinsteller (in ohnehin sehr schwieriger Stellung) nahm er dann trotzdem mit ;)


Gegen einen in Trickserlaune befindlichen Frank Röder erwischte Thomas L offenbar nicht seinen besten Tag. Erst wurde ihm im Endspiel von Frank ein Bauer weggetrickst, wonach sich Lüssi noch in ein ungleiches Läuferendspiel retten konnte, in dem er aber immer noch mit Franks Bauernwalze klarkommen musste. Franks nächster Trick führte dann zu einem unaufhaltsamen Freibauern und somit zu einem verdienten Sieg – somit stand es zur Halbzeit 3:1 für uns!


Ich trat gegen Christian Endres' Sveshnikov an und er spielte eine Variante, in der Schwarz mehrere Bauernopfer bringen muss, um seine Figuren zu befreien und aktives Gegenspiel zu bekommen. Er brachte jedoch kein Bauernopfer und so blieben seine Figuren eingesperrt und aktives Gegenspiel gab's auch keins! Durch Hanna Maries Weisheiten („in statischen Stellungen spielt man statisch!“) inspiriert, spielte ich statisch – natürlich nur bis zur erstbesten Gelegenheit, einen Springer reinzuopfern und, als er den nicht nehmen wollte, denselben Springer eben nochmal reinzuopfern, was dann zu Matt führte ;)


Andi passierte gegen Manfred Wallingers Skandinavier das, was einem gegen eine zweitklassige, aber solide Eröffnung passieren kann: man entwickelt mit Weiß einfach seine Figuren, allerdings auf eher zurückhaltende Felder, und hat nach etwa 10-12 Zügen keinen besonderen Vorteil. Dann fällt einem ein, dass man ja gegen Skandinavisch spielt und daher eigentlich Vorteil haben sollte. So wird man unvorsichtig und läuft in einen Konter. Das wäre zumindest vom Eröffnungsverlauf her eine für mich plausible Erklärung dessen, was sich in Andis Kopf abspielte. Durch besagten Konter war Manfred nun am Drücker und knöpfte Andi einen Bauern ab. Der Verteidigungsminister des SC Erlangen jedoch ließ sich nicht zu sehr beeindrucken und gab noch einen zweiten Bauern, was allerdings in ein ungleiches Läuferendspiel führte, und schien tatsächlich eine undurchdringliche Festung zu haben. Manfred – und auch Houdini beim schnellen Durchklicken – fand jedenfalls keinen Weg und so war der viereinhalbste Punkt unser!


Immer diese Abtauschfranzosen! Dass auch diese Eröffnung allerdings nicht zu unterschätzen ist, bewies Stefans Schwarzpartie gegen Tobias Ammon. Obwohl Stefan seinen Franzosen nun schon seit Ewigkeiten praktiziert, konnte Tobias schon nach zehn Zügen seinen Springer nach e5 reinstellen und hatte deutlichen Vorteil! Stefan konnte sich nur mit einem verzweifelten Bauernopfer etwas befreien, doch „etwas“ war gegen Tobias' praktisch fehlerfreies Spiel nicht genug und so konnte sich dieser verdient den zweiten Altensittenbacher Sieg sichern. Stefans Verzweiflung hielt bis kurz nach Beedndigung der Partie an, als ihn die Nachricht ereilte, dass wir den Mannschaftskampf bereits in trockenen Tüchern hatten!


Unser Küken Hannes maß sich mit Wolfhardt Schraufl, dessen Eröffnung auch von Eddi hätte sein können. Nicht von Eddi sein können hätte dagegen Wolfhardts Risikobereitschaft – in einer Stellung, in der Eddi wahrscheinlich ohne groß nachzudenken auf h6 reingeknallt hätte, agierte Wolfhardt für diese Eröffnung zu zaghaft, sodass Hannes am Damenflügel vorpreschte und Wolfhardt dort an die Wand spielte! Wolfhardts opferfreie Angriffsversuche auf der anderen Seite waren zu langsam und Hannes hatte diese gut unter Kontrolle. Leider wurde er dann kurz vor der Zeitkontrolle (möglicherweise also in Zeitnot) zu unvorsichtig, was Wolfhardts Dame und Springer doch noch den Zugang zu Hannes' König erlaubte. Auch Hannes' vorgepreschter Freibauer reichte jetzt nicht mehr – als die Zeitkontrolle geschafft war, hatte Wolfhardt Dame gegen Turm und Springer gewonnen und kam nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss, dass es hier ja gleich mehrere Gewinnwege für ihn gab! Auch wenn diese während der Partie geäußerte Meinung nicht den Fairplaypreis gewann – was Wolfhardt nach der Partie auch sofort einsah (und damit soll's dann auch gut sein; wie gesagt, Leute ohne Macken sind ja auch langweilig ;)) – inhaltlich war sie leider einwandfrei und so musste Hannes eine ärgerliche Niederlage hinnehmen und die Lehre ziehen, dass man bei gegnerischem Königsangriff immer ein bisschen vorsichtiger sein muss als sonst!


Mit dem 4,5:3,5 im Gepäck ging's dann zurück zum TV, wo wir leider diesmal nicht von Franz verwöhnt werden konnten, weil die Gaststätte zur Zeit geschlossen ist (auszugehen ist von einem Krankheitsfall, wir wünschen natürlich gute Besserung!!). Wir schauten noch ein wenig unserer siebten und ersten Mannschaft zu, aßen dann andernorts noch gemeinsam und ließen den Sonntag gemütlich ausklingen!


Neue Kategorie Kurzanalysen der Partien

@Martin Nach 15 Txf6 gxf6 wäre die Sache nach 16 Dh6! noch nicht klar gewesen. Auf 16...Dxb2 geht nämlich fantastischerweise 17 Dxf6!! und trotz Turmgewinn mit Schach könnte Schwarz Dauerschach nicht verhindern! Aber das war ja wahrscheinlich überhaupt nicht Gerds Idee – er hatte wohl einfach nicht gesehen, dass deine Dame in der Partie nach g5 kam!

@Andi 16 g4? war zu optimistisch mit der Idee, den Le4 zu fangen. Nach 16...c5! kommst du aus der Nummer schon nicht mehr unbeschadet raus. Also musste du vorsichtiger 16 Tfd1 spielen mit Ausgleich.

@Hannes Statt 37...Lxh6? 38 Dxh6 a2? (38...Df8 geht immer noch) 39 Sg5+- gewann sofort 37...a2! praktisch sofort – wahrscheinlich bist du deswegen unvorsichtig geworden, weil der weiße Angriff so harmlos aussah!


Liste unserer Liepold-Koeffizienten:

Thomas W +6

Dustin +5

Martin +4

Hannes, Thomas L, Andi, Marius je +3

Stefan +2

Peter +1

DiddlD, Gerrit, Bene je 0