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03.07.16

Erlanger Doppelschlag beim 3. Sommer-Open

Von: Alex

Philipp (6/7) und Alex (5.5) belegen beim stark besetzten Schnellschachturnier in Büchenbach/Roth die Plätze 1 und 2

Mangels Alternativen wurde mir die ehrwürdige Aufgabe zuteil, unseren gestrigen Triumph in Worte zu kleiden.

Oder sollte ich an dieser Stelle einfach, wie einst, also ebenfalls gestern, der sagenumwobene Hector (Jonas, nicht der aus Troja), einfach erklären, dass mir die Worte fehlen? Und darauf keinesfalls Worte, sondern lediglich Stille folgen lassen?

Doch während der siegbringende Elfmeter, mit dem Fußballdeutschland den italienischen Fluch (zuvor 0-8 Pflichtspielbilanz) endlich (vorerst?) überwinden konnte, schon ausreichend digitalisiert wurde, lässt sich das wohl von unserem Schnellschacherfolg nicht behaupten. Die wichtigste Konsequenz: ich darf mich nicht um einen Bericht drücken. Auch ein "Bericht folgt...", wie verlockend er auch sein möge, wäre wohl unangebracht. Zu triumphal, zu heroisch, zu denkwürdig unser Abschneiden. Aber der Reihe nach...

Wie jede Geschichte hat auch diese einen Anfang, und zwar am Freitag, Vereinsabend beim TB.                                                                                 Auftritt Philipp W.                                                                                               Um auf das am nächsten Tag folgende Schnellschachevent bestmöglich vorbereitet zu sein, schlägt er eine spezielle Trainingseinheit vor, der ich mich, wieder mangels Alternativen, nicht entziehen konnte.

Rückblickend: welch ein Glück! Eddi M., der dritte und letzte Erlanger Teilnehmer, fehlte ausnahmsweise, aufgrund eines technischen Notfalls, wodurch sein eher mäßiges Abschneiden (16. Platz, Punktzahl vergessen) eigentlich schon erklärt wäre. Tatsächlich konnte Eddi aber zuerst gut mithalten. Erst in der vierten Runde, als er eine zunächst gewonnene, dann remise Stellung verloren hatte, brach er ein. Gut möglich, dass er mit etwas mehr Fortune in dieser Partie das Erlanger Triple perfekt gemacht hätte.

Wie seriös Philipp die Wettkampfvorbereitung nahm, sah man auch am nächsten Tag. Während Eddi und ich um Punkt acht mit dem Zug Richtung Büchenbach/Roth aufbrachen, holte Philipp das Maximum an Schlafzeit 'raus, indem er erst eine dreiviertel Stunde später startete. Wie schaffte er das? Nur mit Ruppsis Hilfe, der zufällig in dieselbe Richtung musste. Ausgeschlafen ging Philipps berüchtigte Pressing-Strategie* voll auf, weshalb Ruppsi später von verschiedener Seite als heimlicher Held des Tages bezeichnet wurde. Schließlich war er es doch, der diese allseits gefürchtete Strategie erst möglich machte.

Und so mussten sich Philipp bis zur 7. Runde geschlagen geben: T. Hummel, C. Corall, FM V. Promyshlyanskyy (2303) und A. Petrashov. Nur M. Braun und FM P. Tran (2298) konnten das Pressing zu einem Remis neutralisieren.

Von der speziellen Trainingseinheit gestärkt konnte ich bis zur 7. Runde Schritt halten, ich kam ebenfalls mit zwei Remisen auf 5/6. 

Die Spitzenbegegnungen der letzten Runde lauteten:

Bald-IM (eine inoffizielle Zwischenstufe) Dr. No(e)** (5 Pkt.) - Hilverda (5)

Wenninger (5) - Kirchner (4.5)

Tran (4.5) - Promyshlyanskyy (4.5)

 

Leider kam ich über eine frühzeitige Zugwiederholung nicht hinaus, sodass ich am Ende mit 5.5 dotieren musste. So war es nun an Philipp, den ungeteilten 1.Platz zu sichern. Vom Pressing überwältigt übersah FM Kirchner (2312) eine versteckte Drohung (ich hab's gesehen! ^^), wonach seine Dame nicht mehr zu retten war. Spiel, Satz und Sieg gingen somit an Philipp. Ich konnte immerhin noch die anschließende Buchholz-Lotterie für mich entscheiden. Die kompletten Endstände finden sich unter:

Vereinsseite der SG Büchenbach/Roth

 

 

* Ich hätte auch eine Klammer setzen können, möchte aber unseren lieben Dustin ehren, der bisher heldenhaft fast jedes "Bericht folgt..." weiterschrieb: im Gegensatz zum "Druckspiel" im Fußball präge ich hiermit den Pressing-Begriff im Schach-Kontext als ©Zeitdruckspiel.

** Ohne den Dustin-Sternchen-Diskurs würde ich mir die Fußnote sparen: wer die Anspielung nicht versteht, ist zu jung und sollte sich schleunigst alte James Bond Filme anschauen, z. B. "James Bond jagt ..."