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25.02.18

Erste verabschiedet sich in die Oberliga

Von: Alex

5.5-2.5 gegen Magdeburg

2.5-5.5 gegen Erfurt

Theoretische Chancen, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, bestanden vor der letzten Doppelrunde. Doch natürlich waren sie nicht sehr hoch. Und es dauerte auch nicht lang, bis wir in diese schmerzliche Realität zurückgeholt wurden.

Gegen Magdeburg spielten wir einen guten Mannschaftskampf, hatten schon früh Zeitvorteil. Doch so klar wie das Ergebnis (3 Siege, 5 Remisen) vermuten lässt, war es dann doch nicht. Etwas Zählbares sprang zuerst bei Stefan 'raus, der in einer Französisch-Variante schöne Kompensation für einen Bauern hatte. Es war wohl eine souveräne Partie, mehr kann ich nicht sagen. Zwar bot sich beim Abendessen die Möglichkeit, ein bisschen zu analysieren, jedoch wurde das Brett von den Problemisten okkupiert...

Auch Alex konnte einen ganzen Punkt einfahren, allerdings erst nach der Zeitkontrolle. Damit konnte er sich für die letzte Runde in eine gute Position für eine IM-Norm bringen, denn gegen GM Haba bedurfte er dann mit Weiß nur noch eines Remis' (was er geschafft hat - uuups gespoilert).

Die dritte siegreiche und zugleich längste Partie spielte Flotti. Ihm kam dabei zugute, dass sein Gegner das Doppelläuferendspiel unbedingt gewinnen wollte, zu seinem eigenen Leid und dem des Schiris, der eigentlich zum Klassentreffen wollte...

Ansonsten kamen noch ein paar mehr (Hanna Marie, KT) oder weniger (Philipp, Eddi, Maxi) spektakuläre Remisen hinzu.

Insgesamt also eine schöne Leistung, die allerdings schon während des Leistens durch den parallelen Kampf von Forchheim getrübt wurde. Denn den Forchheimern durften wir ausnahmsweise mal nicht die Daumen drücken: sie waren direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt, sodass wir ihnen zwei Niederlagen wünschen mussten. Von unseren Verwünschungen unbeeindruckt erspielten sie allerdings gegen Erfurt ein beachtliches 4-4. 

Für uns ging es dann gegen Erfurt also um nichts mehr, außer vielleicht der Ehre oder ähnlichem, z. B. einer IM-Norm für Alex. Er brauchte nur noch ein Remis, wie er sich am Vorabend von unabhängiger Stelle (Hanna Marie) hatte bestätigen lassen. Es ist immer gut, wenn man in Bezug auf die erforderliche Punktzahl eine zweite Meinung einholt, sonst holt man versehentlich einen halben Punkt zu viel, wie IM Franz Bräuer gegen Hanna Marie, indem er das Remis deshalb ablehnte, weil er glaubte, so auf eine GM-Norm zu spielen. Da hatte er sich verrechnet oder verguckt, jedenfalls wurde trotz des Sieges (längste Partie des Wettkampfes) nichts daraus.

Für Alex war die Chance aber real und sie wurde zügig genutzt - schon nach 14 Zügen (auf wessen Vorschlag wohl!? (Achtung: rhetorische Frage)). Die einzige Klippe tauchte im 9. Zug auf. Alex grübelte schon über den kritischen (und besten) Zug, ehe er sich auf sein eigentliches Ziel besann. Statt einer komplexen Stellung spielte er schön langweilig, wenig später war Feierabend.

Die einzige vollpunktmäßige (muss man so nicht schreiben, soll eine Ovatio an unseren wortneuschöpfenden Dustin sein, das Phänom nennt man Intertextualität) Erfolgsmeldung verkündete Mr. "ich spiele gern 1...Sc6" aka Maxi, der 1...Sc6 spielte (irgendwie redundant, die Funktion ergibt sich dadurch, dass es ein Stilmittel ist, dessen Erscheinen KT dazu anregen soll, selbige fortan mit mehr Engagement aufzuspüren - zur zukünftigen Freude seines Deutschlehrers). Sich in der Folge aber dachte: *das ist mir jetzt zu langweilig, schließlich ist es die letzte Runde, also spiele ich auch noch ...f5*, woraufhin er noch ...f5 spielte (Stilmittel?). Obwohl wegen dieser Partie zeitweilig einige Verwirrung herrschte, da so manche Kiebitzkunde eintraf, dass es um Maxi gar nicht gut bestellt war, konnte sich der Autor höchstselbst in der Analyse von der vorzüglichen Leistung Maxis überzeugen: Punkt für Erlangen. Leider so gar keine Punkte für Philipp (Züge verwechselt), Eddi (irgendwie in eine schlechtere Stellung geraten), Stefan (Zeitnot) und Hanna Marie (bereits abgehandelt). Eddis Gegner GM Peter Enders hat übrigens ein Buch geschrieben, das während der Begrüßung kurz vorgestellt wurde. Als Titel hatte ich verstanden "Die letzte Partie", ich fand den Titel für ein autobiographisches Schachbuch unglaublich gelungen, musste dann aber feststellen, dass ich mich verhört hatte, richtig ist: "Die letzte Patrone". Etwas nebulös, aber vielleicht deshalb noch besser, da es zum Kauf aus Neugierde verleiten mag. Vielleicht gar keine so schlechte Idee - es soll sogar noch handsignierte Ausgaben geben. Zu guter Letzt hat auch noch Flotti eine Partie gespielt. Er bekam mit ungleichfarbigen Läufern mit Doppelturmbeteiligung einen netten Vorteil, konnte diesen aber in der Folge leider nicht ausbauen: Remis und somit 2.5-5.5.

Unser Bundesliga-Flirt - oder sollte ich besser "Affäre" sagen? Schließlich waren es immerhin zwei Jahre - ist jetzt also erstmal zu Ende. Was bleibt? Sicherlich ein bisschen Wehmut aber auch viele schöne Erfahrungen und natürlich die Aussicht, irgendwann zurückkehren zu dürfen.