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20.01.17

Hurra, die Partien sind da!

Von: Dustin

Bericht Herzogenaurach-Erlangen!

Stellung des Tages: Reinhard Walther – Bene
Stellung nach 27...Kh7xSh6?
Weiß zieht und setzt matt!
Auflösung unten!






 

 

 

Da sind se ja!
Nach einer nicht enden wollenden Wartezeit gibt’s endlich die Partien unseres sonntäglichen Mannschaftskampfes gegen Herzogenaurach im Ligamanager! Dann kommt jetzt also der versprochene unterhaltsame, faktenreiche Bericht mit Stellung des Tages zum Mitknobeln! Wieder einmal geht es bei dieser um eine ausgelassene Chance auf der Gegenseite. Mangelnde Objektivität kann mir hier wirklich keiner vorwerfen. Deswegen hab ich ja ansonsten genug Spielraum für Subjektivität und kann damit prahlen, wie wir den Tabellenzweiten weggefegt haben :D Hanna Marie (und sicher viele andere, die seit Tagen stündlich unsere Homepage aktualisieren) kann den Bericht kaum erwarten! ;) Also los geht’s:

Diesmal erhielt ich sogar extra eine E-Mail vom Captain, in der er mich über die Reihenfolge der beendeten Partien informierte. Wahrscheinlich nur, weil er damit prahlen wollte, dass er selber als Erster fertig war, der Angeber ;)

Na dann wollen wir mal:


Erste beendete Partie: Andi „Der Captain“ Götz (diese und die folgenden Spitznamen stammen aus besagter E-Mail, so dass ich eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung in Kauf nehme xD)
Sehr viel gibt es zu seiner Partie gegen den nominell klar unterlegenen Horst Habermann eigentlich nicht zu erzählen. Der Captain nutzte seinem Ruf und Stil entsprechend die erste Gelegenheit zum Damentausch, mit dem hinterhältigen Plan, Horst im Endspiel einzuschnüren. Und genau so kam es dann auch! Dass Andi Horst nicht nur einschnürte, sondern schließlich sogar mattsetzte, gehörte wahrscheinlich nicht zum Plan, war aber natürlich auch nicht zu verachten ;) 1:0 für uns!


Número dos: Rodrigo „Der Spanier“ Martin-Fernandez
Er schnappte sich ausgangs der Eröffnung einen unvorsichtigen Bauern seines Gegners Alexander Steinmüller – wirklich unvorsichtig war eigentlich eher Alexanders Läufer, der die Deckung dieses Bauern durch den eigenen Turm verstellte. Noch besser kam es, als der Spanier mit seinem Springer eindringen konnte – plötzlich bekam Alexander unlösbare Grundreihenprobleme und musste sich schon nach 25 Zügen geschlagen geben. BÄM! 2:0!

        _   _
Hàoma san : Kevin „Der Chinese“ Tong
Unserem Küken gelang gegen Csaba Seregelyes ein sehr überzeugender Sieg. Csabas Sveshnikov-Eröffnung wurde nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Es macht richtig Laune, beim Nachspielen dabei zuzusehen, wie Kevin eine Figur nach der anderen aktivierte, dann mit den Türmen eindrang und sich schließlich die Dame schnappte. 3:0!


Vier gewinnt: Flo „Der eine Sportler“ Dürr

Wie auch Andi hatte Flo mit Alfred Kohler einen nominell deutlich unterlegenen Gegner. Flo übernahm von Anfang an das Kommando und drängte Alfed hinten rein. Obwohl die Mädels früh vom Brett kamen und die Bauernstruktur symmetrisch war, standen Flos Figuren einfach besser und vor allem seine Springer sagten mal Hallo im gegenerischen Lager. Als Flo schließlich loskombinierte, versuchte sich Alfred in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel zu retten, in dem Flo allerdings zwei Bauern mehr hatte. Alfreds Festung hielt lange, aber nicht ewig – 4:0! Dafür, dass unsere Gegner die Saison mit drei Siegen begonnen hatten, lief es doch gar nicht so schlecht für uns ;)


§5: Bene „Der eine Jurist“ Nehls
Bene spielte gegen den 69-jährigen Reinhard Walther, der ganz offensichtlich im Geiste jung geblieben ist und im besten Jugendstil bei entgegengesetzten Rochaden Benes König zu erlegen gedachte. Zu diesem Zweck schob er seine Bauern am Königsflügel nach vorne und scheckte auch nicht vor einem Figurenopfer zurück. Benes Gegenspiel gegen Reinhards König auf der anderen Seite hätte sich als zu langsam erweisen können, wie die heutige Stellung des Tages zeigt! Zu unserem Glücke sah Reinhard das focierte Matt nicht oder er dachte, dass sein spektakulärer nächster Zug 28 Se6? gut genug sei, doch nun ergriff Bene die Gelegenheit beim Schopfe, mit 28...Dxc3+! die Damen zu tauschen und jegliche Mattgefahr abzuwehren, wonach das Endspiel mit Mehrfigur leicht zu gewinnen war. 5:0!


Nummer sechs – Daniel „Der andere Sportler“ Diller
Diddl D bekam es mit Martin Glitz zu tun, der Daniels Winawer mit der gleichen scharfen Variante bekämpfte wie der Windischeschenbacher Rudolf Schön zwei Runden zuvor. Martin schien sich jedoch gut auszukennen und brachte Daniel in Schwierigkeiten. Als Daniel sich endlich seinen geopferten Bauern zurückholen wollte, übersah er dabei, dass das einen Springer kostete. Mit Minusfigur war nichts mehr zu machen - obwohl Daniel Martins König noch mit unzähligen Schachgeboten auf die Nerven ging, musste er sich schließlich geschlagen geben und der Herzogenauracher Ehrentreffer war geschossen. 5:1.


Der glorreiche Siebte: Dustin „Der Problemlöser“ Bachstein
Der – also ich – hatte gegen Bargrat Ter-Akopjan so einige Probleme zu lösen. Zum Beispiel, dass er mich im Königsinder einfach nicht mattsetzen lassen wollte, sondern „einfach“ so viele Verteidiger wie nötig abstellte und mit den übrigen Figuren Schritt für Schritt am Damenflügel einzudringen gedachte. Nach einigen planlosen und schlechten Springerzügen am Königsflügel meinerseits gelang ihm sein Plan für meinen Geschmack viel zu gut, so dass nur noch ein fieser Trick helfen konnte, der vor Allem deshalb so fies war, weil er mit einem scheinbar ebenso planlosen, unscheinbaren Königszug vorbereitet werden musste. Prompt fiel Bargrat darauf herein und als er die Bescherung sah, schob er in verständlichem Ärger gleich noch einen Bock hinterher, sodass bei der ganzen Sache ein Endspiel mit zwei Mehrbauern für mich herauskam. Allerdings gab es noch ein kleines Problem zu lösen, denn meine beiden Springer standen zu tief im gegnerischen Lager und drohten verloren zu gehen. Im letzten Zug vor der Zeitkontrolle rettete ich die Gaule (Gäule?), übersah dabei aber, dass er meinen a-Bauern erobern und selber einen unaufhaltsamen a-Freibauern bilden konnte, der nur unter Figurenopfer aufgehalten werden konnte (Widerspruch in sich, ich weiß.; ich wollte nur mal testen, was für ein Gefühl das für Frauen immer sein muss. Spaß :D). Wer da noch mitrechnet und berücksichtigt, dass sich mein opfernder Springer vorher noch seinen e-Bauern schnappen konnte, kommt auf drei Bauern gegen eine Figur. Und da gabs für keine Seite mehr realistische Gewinnchancen. 5,5:1,5.


Zu guter Letzt: Michael „Der andere Jurist“ Willi
Er spielte gegen Stefan Sattler eine taktische, wilde und mehrfach völlig aus dem Ruder laufende Partie. (Mein ursprünglicher Plan war es, zu schreiben: „...eine taktische (!), wilde (!!) und völlig aus dem Ruder laufende (!!!) Partie“, aber ich denke, dass Willi in den letzten Jahren durchaus schon mehrere solcher Partien gespielt hat und dass sein Ruf als reiner Positionsspieler längst zum Klischee geworden ist!) Seine eigene Einschätzung „unglaublich, dass ich das nicht gewonnen habe“ ist objektiv gesehen allerdings zu einseitig, denn beide Seiten standen mehrfach auf Gewinn, was aber mehr für die hohe Komplexität als die niedrige Qualität spricht (Mann, klingt das geschwollen! So richtig juristisch. Noch'n Spaß :D) Ich habe beim (schnellen) Nachspielen mit und ohne Engine praktisch gar nichts verstanden. Willi wollte, soweit ich mich erinnere, seinen 32. Zug Turm g1 durch „Läufer g3 1:0 Glanzpartie!“ ersetzt wissen, allerdings stand er nach Turm g1 auch noch auf Gewinn, obwohl Läufer g3 tatsächlich die Sache wesentlich erleichtert hätte (ich versuch hier gerade, die Computerbewertung „+4“ vor und „+2“ nach Turm g1 in Worte zu fassen :D) Am Ende stand dann zur Abwechslung mal wieder Stefan auf Gewinn, gab aber verständlicherweise nach dieser nervenaufreibenden Partie lieber Dauerschach, zumal der Mannschaftskampf sowieso längst entschieden war. 6:2!


Mit einem alles im Kopf ausanalysierenden Rodrigo als Fahrer und einem „Läufer g3 1:0!!!“ zeternden Willi als Beifahrer ging es dann zurück nach Erlangen und nach Hause, da unsere Gaststätte erst in einer Stunde aufmachen würde und bei den Temperaturen keiner richtig Lust hatte zu warten – bei einzelnen Personen kamen noch Tg1–Gründe erschwerend hinzu.


Kurzzusammenfassung für Eilige:

Herzi-wir 2:6 [Wechsel auf Tabellenplatz 2]

1 Stefan Sattler – Der andere Jurist remis [Chaos pur]

2 Bargrat Ter-Akopjan – Der Problemlöser remis [reingelegt!]

3 Csaba Seregelyes – Der Chinese 0:1 [volle Möhre]

4 Martin Glitz – Der andere Sportler 1:0 [„Scheiß-Theorievariante“ ;)]

5 Alexander Steinmüller – Der Spanier 0:1 [unvorsichtig]

6 Reinhard Walther – Der eine Jurist 0:1 [jung geblieben!]

7 Horst Habermann – Der Captain 0:1 [Der Favorit nimmt alles mit!]

8 Alfed Kohler – Der eine Sportler 0:1 [dito]


Auflösung Stellung des Tages:
1 Tg6+! und jetzt:
1...fxg6 2 hxg6+ Kg7 3 Se6+ usw. oder 2 Se6+ Kh7 3 hxg6+ usw.
1...Kh7 2 Se6! Dxc3+ 3 Dxc3 Lxc3 4 Sg5+ Kh8 5 Sxf7+ Kh7 6 Thg1 und matt.
Das hätte sicher Applaus gegeben!