Pictogramm Schach

Einzelansicht

27.11.18

Topspiel, Topleistung, Topresultat!

Von: Ghostwriter

Superlative bei der Zweitesten!

Am Sonntag ging es für uns von der Zweiten zu Hause gegen Kötzting. Unsere Gegner galten vor der Saison (zumindest bei uns) als Aufstiegsfavorit, verloren aber den ersten Weetkampf gegen Rothenburg, die auch uns vor zwei Wochen einen Kampf auf Biegen und Brechen lieferten! Es ging also für unseren Gegner im Aufstiegssinne bereits um alles, während wir uns mit einem Sieg bereits einen potenziellen Konkurrenten auf Abstand halten konnten. Und – Spoiler – wir konnten! ;)

Bevor es losging, gab es allerdings einen unbedingt erwaähnenswerten weiteren krampfh... ääh engagierten Versuch von Stefan, den Geist der ersten Mannschaft auch auf uns zu übertragen: diesmal besorgte er nicht nur für sich, sondern auch für Peter Oberligamaterial :D Und zugegebenermaßen – schön glänzen tun diese Figuren ja schon ;)

Damit ich mir nicht wieder unsicher bin, ob meine Reihenfolge mit der tatsächlichen Reihenfolge der beendeten Partien übereinstimmt, habe ich speziell für diesen Bericht eine geniale Strategie: ich nehme eine Reihenfolge, die mit Sicherheit falsch ist! :D

Thomas W an 8 war nämlich nicht als Erster fertig. Sein Gegner Ditmar Brock übrigens auch nicht – so ein Zufall aber auch! Im Najdorfsizilianer (Thomas mit Weiß) entwickelte sich ein schön scharfer Kampf, in dem Ditmars König in der Mitte blieb, Thomas eine Qualität opferte und kurz darauf die klarste Gewinnchance der Partie ausließ – diese bestand unintuitiverweise darin, mit Minusqualle die Damen zu tauschen und sich dadurch einen unaufhaltsamen Freibauern zu bilden! Fünf Züge später „nutzte“ dann Ditmar seine klarste Verlustchance, indem er die Zeit überschritt ;)

Weiter geht’s mit der Reihenfolge, in der sich mein Stapel mit den für den Ligamanager einzugebenden Partien befindet!

Martin machte seinen holprigen Saisonstart gegen Ulrich Ziemann vergessen und baute diesmal mit Weiß schön Druck auf. Nach einem gut getimten Zentrumsdurchbruch machten es sich seine Figuren in Ulrichs Lager bequem und drängten diesen in die Defensive. Am Ende tauschte sich zwar alles Mögliche runter und es blieb zu wenig Gewinnpotenzial übrig, doch auf diesem Remis lässt sich aufbauen!

Lüssi spielte gegen Filip Simunek mit Schwarz den soliden Dreiecksslaven und kam gut und mit einer sehr festen Stellung aus der Eröffnung. Interessant wurde es, als er seinen h-Bauern bis h4 zog, um einen gegnerischen Sg3 zu befragen, und dieser Bauer kurz darauf verloren zu gehen drohte. Um nicht einfach einen weniger zu haben, sah sich Lüssi genötigt, auch noch ...g5 zu spielen – wohlgemerkt bei eigener kurzer Rochade! Seine Stellung war dann kurzzeitig genauso kaputt, wie sie aussah – doch Filip spielte seine unverhofften Angriffschancen ungenau aus und ermöglichte Lüssi so noch eine einigermaßen harmonische Verteidigungsaufstellung. Lüssi kämpfte wie ein Löwe und fand mehrere starke Verteidigungs – und Gegenangriffszüge. Belohnt wurde das mit einem Qualitäts – und Partiegewinn, nachdem Filip in den Komplikationen in der Zeitnotphase den Überblick verlor!

Peter machte gegen Gerhard Mühlbauer da weiter, wo er bei seinem ersten Einsatz für uns aufgehört hatte – genauer fing er wieder von vorne an: Gleiche Eröffnungsvariante, gleicher positioneller Druck, gleiche Souveränität, gleiches Ergebnis! Daumen hoch

Stefan spielte an 2 gegen Tomas Hurdzan mal wieder einen Lc4-Sizi, diesmal wurde es allerdings nicht so wild wie in Runde 1. Stattdessen bekam Stefan aus der Eröffnung heraus eine schöne Stellung mit aktivem gegen passiven ungleichen Läufer. In der nachträglichen Analyse zerlegte Lüssi ein ums andere Mal die schwarze Königsstellung mit methodischem, schrittweisem Angriffsaufbau. Stefan versuchte es in der Partie dagegen eher auf die positionelle Art, doch spätestens nach dem Damentausch verflachte die Stellung – im Endspiel mit Turm plus Läufer war der Vorteil praktisch weg und die Partie endete friedlich.

Ich trat gegen Jonas Erets Londoner System an und geriet früh unter Druck. Diesem hielt ich zunächst stand und es ging nach einer forcierten Abwicklung in ein Endspiel mit meinem Turm und 2 Bauern gegen seine zwei Leichtfiguren. Ein Bauer ging nach unvorsichtigem Spiel meinerseits flöten und Schritt für Schritt knackte er meine Festung und schoss den Kötztinger Ehrentreffer.

Bei DiddlD lief gegen Havik Jindrich alles ziemlich geradlinig ab: aus der Eröffnung ging es mit Schwarz gleich in ein besseres Endspiel, dort schneppte sich DiddlD erst einen Bauern, dann noch einen, und dann... ja, dann gewann er. Spannend, oder? ;) Und wenn nicht, dann auf jeden Fall souverän!

„No rules!“ gab es bei Andi gegen Roland Weingut – innerhalb der ersten 19 Züge zog Andi beide Randbauern, zog beide Springer an den Rand, spielte seinen Läufer von f8 erst nach g7 und dann nach h6, preschte ohne fertige Entwicklung die Damenflügelbauern vor und – bot erfolgreich Remis an. Aha, eine Regel gab es also doch :D *

Rechengenies kommen damit auf 5,5 Punkte für uns und damit den ersten Mannschaftssieg ohne zu vergebende Liepoldpunkte!

Hinterher gab es wie immer was zu futtern und irgendwann kamen dann auch noch die Anfänger von der Ersten dazu, die ebenfalls gewonnen hatten, wie die aufmerksamen Allesleser unserer Homepage bereits wissen!

Weiter geht’s noch vor Weihnachten gegen wieder eine andere Mannschaft! Wahrscheinlich sogar eine aus unserer Liga, gegen die wir noch nicht gespielt haben! Das schränkt die Auswahl immerhin auf 6 ein :D

Fußnote:

* Das soll natürlich nicht heißen, dass Andi wie ein Anfänger spielte, sondern die geschlossene Stellung machte all das möglich!