Pictogramm Schach

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27.02.19

Traditionsergebnis!

Von: mir

Windischeschenbach - Erlangen 2 4:4!

Am Sonntag ging's für uns von der Zweiten nach Windischeschenbach, wo wir unsere bislang reibungslos verlaufene Saison fortsetzen wollten! Wie erwartet mobilisierten unsere Gegner im Abstiegskampf alle verfügbaren Kräfte und traten bis auf ihr Spitzenbrett in Bestbesetzung an. Und es wurde ein spannender Kampf, der mit dem für diese beiden Mannschaften „traditionellen“ Ergebnis endete!

Für unseren diesmal verhinderten Captain sprang Carl ein, außerdem gab Thorsten sein Saisondebüt bei uns! Und dann fuhren wir da hin und spielten Schach! Genau. Vorher gab es nämlich definitiv keine berichtenswerten Ereignisse wie zum Beispiel, dass zwei Mannschaftsmitglieder zum falschen Abfahrtstreffpunkt gekommen wären!* Das wäre ja mal sowas von dämlich gewesen, aber sowas gibt es bei uns selbstverständlich nicht – also wie gesagt, ohne Umschweife zu den Partien! :D


Thorsten und sein Gegner Alfred Blöderl gaben nur die ersten zwölf Züge ihrer geistigen Ergüsse der Öffentlichkeit preis – den Rest spielten sie im Kopf und kamen zu dem Schluss, dass die perfekte Partie tatsächlich remis endet! ;)


Carls Partie gegen Bedrich Prochazka bestand aus zwei Hälften: die Ich-nagle-meinen-Gegner-positionell-fest-und-spiele-ihn-an-die-Wand-Hälfte und die Hm-was-macht-man-jetzt-eigentlich-mit-diesem-Positionsvorteil-Hälfte. Ich behalte mir die Option vor, diese Frage anhand dieser Partie beim nächsten Kreisligatraining-das-sich-auch-schon-auf-Bezirksliganiveau-ausgedehnt-hat zu erörtern ;) Carls Einstand bei uns war jedenfalls gelungen und endete mit einem Da-ist-der-Gegner-noch-mal-entwischt-Remis ;)


Lüssis Weißpartie gegen Miroslav Kalous dümpelte 25 Züge lang vor sich hin, wobei Lüssi am Drücker war. Dann hatte Miroslav die Nase voll vom Verteidigen und opferte einen Bauern in der Hoffnung, Lüssis König belästigen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich für unseren Geschmack viel zu gut, denn Lüssi kam offenbar mit dem plötzlichen Umschwung nicht so gut zurecht (ich weiß nicht, ob und wie viel Zeitnot im Spiel war) und musste sich gegen Miroslavs Schwerfigureninvasion geschlagen geben. Schade!**


Ein im Alpha-Zustand befindlicher DiddlD hatte sich die eben beschriebene Partie offenbar zu Herzen genommen und versuchte es mit Schwarz gegen Johannes Laubert ebenfalls mit drei Schwerfiguren auf der f-Linie. Als Nächstes hatte DiddlDs Springer seinen Auftritt, der extra für die Fans posierte und dazu ständig zwischen c6 und e7 hin- und herhopste. Wie bitte? Ich verstehe die subtilen Manöver in der Französischen Verteidigung einfach nicht? Oh :D Dann versuche ich es lieber mit knallharten Fakten: Johannes vergab zwischen dem 30. und 40. Zug zweimal die konkrete Chance, zwei Türme plus Läufer gegen die Dame zu gewinnen, was ihm sehr gute Gewinnchancen gegeben hätte. Danach war DiddlD am Drücker und sein in Sicherheit gebrachter Läufer half kräftig dabei mit, Johannes' Verteidigung durcheinanderzuwirbeln und den Sieg einzufahren!


Stefans Partie gegen Jaroslav Illetsko wurde nach langem Kampf erst im Läuferendspiel entschieden, in dem Stefans verbundene Freibauern gefährlicher waren als Jaroslavs vereinzelte. Deswegen...ja...lief halt einer durch und Stefan gewann ;)

Cool!

Irgendwie kommt mir diese Partiebeschreibung ganz schön kurz vor :D


Ebenfalls im Endspiel entschieden wurde Thomas Ws Partie gegen Rudolf Schön, nachdem Thomas im Mittelspiel eine vielversprechende Initiative am Damenflügel (wo Rudolfs König stand) entwickelt hatte. Lustigerweise opferte Thomas sowohl seinen Läufer als auch seine Dame auf a3! Nachdem Rudolf das Läuferopfer mit einem Gegenopfer gerade noch so abwehren konnte, verlor Thomas wohl etwas den Faden und verspielte seine nach wie vor glänzenden Angriffschancen. Das Damenopfer konnte Rudolf ebenfalls gerade so durch ein Damenrückopfer abwehren, was dann allerdings zu einem für Rudolf besseren Endspiel führte, in dem sein Freibauer Thomas den Springer und die Partie kostete. Eine sehr bittere Niederlage nach mutigem und ästhetischen Angriff!


D: „Wie lief's bei dir?“

M: „Ich stand auf Verlust!“

D: „Oh. Dann passt das Remis, oder?“

M: „Nein! Ich stand auf Gewinn!“

D: „Ähhhh... Logik?“

M: „Ganz einfach: ich stand erst auf Gewinn und dann auf Verlust. Also Remis! Kapito?“

D: „Ah!“

Der Inhalt dieses sinngemäß wiedergegebenen Gesprächs zwischen zwei Koryphäen der Mathematik, das der Welt noch lange im Gedächtnis bleiben wird, soll nun wissenschaftlich geprüft werden.

Aha, Damentausch bereits nach dem Wurzel-aus-25-sten Zug. Dadurch bekommt die Spannungsfunktion eine stark negative erste Ableitung an dieser Stelle. Die Gesamtenergie, zusammengesetzt aus Spannungs- und Müdigkeitsenergie, bleibt jedoch erhalten. Nach 3 hoch 3 Zügen dann ein ausgeglichenes Läuferendspiel. Remis dann nach LXXV Zügen. Mhm, mhm, mhm. Wissenschaftliches Urteil: „Ey also so dramaddisch woa des goa ned!“ :D Obwohl der König von Martins Gegner Jürgen Zant in der Mitte feststeckte, war das ohne Damen nicht besonders ausschlaggebend. Im Läuferendspiel geriet Martin tatsächlich unter Druck, einen klaren Gewinn für Jürgen gab es aber auch nicht. Da will wohl jemand nur seine Partie marchandisen :p :D


Beim Stand von 3,5:3,5 hing also alles an meiner Partie gegen Christian Müller. Ich übte von Anfang an Druck aus, der sich schließlich in ein besseres Leichtfigurenendsiel entlud. In diesem konnte ich hin- und herrpobieren und verschiedene Gewinnversuche ausprobieren. Durch ungenaue Berechnung ließ ich allerdings eine klare Gewinnchance liegen und schließlich beendete Christian meine Gewinnversuche durch ein mutiges und korrektes Bauernopfer, durch das er einen Freibauern erhielt, der meine Stellung trotz Mehrbauer ungewinnbar machte!


4:4 also – das „traditionelle“ Ergebnis gegen Windischeschenbach! Natürlich ließ sich eine gewisse Atmosphäre der Enttäuschung nicht abstreiten, dennoch unterstreicht dieses Resultat zwischen dem Ersten und dem Vorletzten der Tabelle meiner Meinung nach einfach die relative Ausgeglichenheit der Liga! Jetzt heißt es also Kräfte sammeln für das folgende Spitzenspiel gegen die Zweitplatzierten Nürnberg Süd, in das wir mit einer hervorragenden Ausgangssituation gehen dürfen!


Wie wir uns in einem Monat dann schlagen werden und ob wir danach den Aufstieg feiern dürfen, erfährt der interessierte Leser zu gegebener Zeit!


Liste unserer Liepold-Koeffizienten:***


Thomas W, Dustin je +5

Martin +4

Hannes, Andi, Marius, Stefan je +3

Thomas L +2

Peter, DiddlD je +1

Gerrit, Bene, Alex, Carl, Thorsten je 0

 

Fußnoten:

*Einer der beiden war nicht ich!

**Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das mein Standard-Schlusskommentar zu Niederlagen ist xD

***Irgendwann erklär ich den mal :D