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12.11.18

Zweite schlägt Rothenburg!

Von: Dustin

Zeltner 11, Diller 000!

Kaum hatte ich mir das Rätsel im Vorbericht ausgedacht und auf den Ligamanager geschaut, schon waren die Partien online ;) Aber da meine Engines schon alle schlafen gegangen sind, stützen sich die folgenden Partiebeschreibungen mehr auf meinen subjektiven Eindruck beim Nachspielen als auf knallharte Fakten. Dann wollen wir mal:

"1:0 für Rothenburg!" verkündete ein Rothenburger lautstark nach Beendigung der ersten Partie - es handelte sich um Martins Partie an 5 gegen Gottfried Zeltner. Martin spielte im Italiener für meinen Geschmack zu früh g4, was seinem eigenen König ein deutlich unwohleres Gefühl gab als Gottfrieds. So wurde es dann auch - je nach Sichtweise - ein schöner Angriffssieg oder eine verkorkste Partie. Martin wurde damit die ehrenvolle Aufgabe zuteil, den Rest der Mannschaft so richtig zu motivieren ;)

Den Ausgleichstreffer schoss dann Stefan (glaube ich).* Er schnappte sich im Grünfeld mit Schwarz gegen Wolfgang Engelmann den c4-Bauern, den Weiß ja eigentlich in vielen Eröffnungen opfert und normal auch immer problemlos zurückbekommt. Aber wer will schon normal sein? Stefan deckte jedenfalls den Bauern so oft wie nötig und behielt ihn einfach! Und Aktivität hat der Grünfeldspieler ja sowieso immer. Kurzum - Wolfgang hatte keine Kompensation und wurde von Stefan glatt überspielt. Auf Stefans wackligen Einstand folgte nun damit quasi nachträglich die Souveränität! ;)

Welche Partie als Nächstes beendet war, weiß ich erneut nur durch den Rothenburger Liveticker vor Ort ;) Ottmar Zeltner bekämpfte Daniels Franzosen mit knallharter Theorie, schnappte sich Daniels g7- und h7-Bauern und ließ dann seinen eigenen h-Bauern wie verrückt loslaufen. Dieser wurde zwar von Daniel entschärft, aber dafür gewann Ottmar auf dem ganzen Brett Daniels Bauern, bis unser Mann sich schließlich geschlagen geben musste. Und dabei guckt der Ottmar immer so unschuldig, als könne er kein Wässerchen trüben :D

Da "2:1 für Rothenburg!" die letzte Ansage des "Stadionsprechers" blieb, weiß ich nicht, ob Thomas' oder Thomas' Partie zuerst beendet war. Ich tippe mal auf Thomas!

Thomas brach nämlich gegen Marianne Dillers Skandinavier schnell im Zentrum durch und wollte eigentlich im Angriff gewinnen, aber dann rochierte Mariannes König einfach weg! Also wurde es nix mit dem Sieg im Stile Tals, stattdessen ging es in ein Endspiel, in dem Thomas allerdings schnell zwei Bauern gewann und dann "mit Verspätung" doch noch in den Genuss des Mattsetzens kam!

2:2 zur Halbzeit also** - für Spannung war gesorgt!

Thomas dagegen ließ es gegen Julian Shen mit dem Londoner System eher ruhig angehen***. Nach ruhigem Eröffnungsverlauf ging es in ein ruhiges Mittelspiel. Erst im Läuferendspiel wollte Julians König die Ruhe stören und preschte einfach so in Thomas' Lager vor, was durchaus etwas bedenklich aussah. Doch Thomas konnte Gegenspiel vom Stapel ziehen und schließlich alle Julianschen Bauern unschädlich machen, so dass es zu einem ruhigen Remisschluss kam.

Ich spielte gegen Vera Medunovas zu erwartende Kalashnikova und kam sehr gut aus der Eröffnung. Die Stellung war allerdings nicht besonders spannend und im Endspiel verflüchtigte sich mein Vorteil, wonach die Partie sogar ganz zu kippen drohte. Natürlich werde ich als Berichtschreiber nicht erwähnen, dass ich kurz nach der Zeitkontrolle sogar eine Qualität einstellte, was weder ich noch Vera während der Partie bemerkten und erst die neunmalkluge Engine auf der Rückfahrt ausspuckte. Meinem Weg zum Weltmeister steht damit nichts mehr im Wege, denn schließlich patzt auch Magnus Carlsen ab und zu ordentlich! Fürs Erste begnügten sich Vera und ich jedenfalls mit einem Remis, nachdem in der Schlussstellung nur sie noch auf Gewinn hätte spielen können.

Peter Diller ging unseren Captain Andi forsch mit dem Königsgambit an, doch der lehnte es souverän ab und sparte sich das Bauerneinsammeln fürs Mittelspiel auf und wandte dabei sogar taktische Tricks an, um in ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern zu kommen! Dieses verwertete Andi dann technisch meisterlich und sou... also, ich meine, er verwertete es ;)

Das war unser Führungstreffer, und es war an Marius, in der letzten laufenden Partie den Sack zuzumachen!

Der König seines Gegners Hubert Roth ging früh ungewöhnliche Wege, und auch danach sorgte Hubert für das Entertainment, indem er mit einem Qualitätsopfer Schwung in die Partie zu bringen gedachte. Tatsächlich zogen sich Marius' Figuren zunächst zurück, aber schließlich konnte er sich konsolidieren und die Qualität ins Endspiel retten, wo er im Mannschaftssinne mit Remis einverstanden war.

Knapp, aber deutlich also - wie üblich ging's nach getaner Arbeit noch zum Franz beim TV, um uns bei gutem Essen und fast genauso gutem Schach mit der Ersten zu treffen und den Tag schön ausklingen zu lassen.

Weiter geht's dann in zwei Wochen gegen Kötzting!

 

Liste unserer Liepold-Koeffizienten:

Dustin, Stefan, Andi, Thomas W. je +2

Hannes, Peter, Thomas L., Marius je +1

Martin, DiddlD je 0

 

Fußnoten:

* Zumindest hatte Stefan die mit Abstand kürzeste Gewinnpartie für uns, deswegen vermute ich mal, dass er es war ;)

** vorausgesetzt, "meine" Reihenfolge stimmt :D

*** Spätestens hier muss jedem Kenner klar sein, welcher Thomas welcher ist ;)